Spendenaktion

Die Feuerwehr Dernau im Wiederaufbau

 

Unterstützen Sie die Kameraden aus Dernau!

Hilfsaktion für die von der Flut betroffene Feuerwehr Dernau

Eine Sturzflut zerstörte im Juli 2021 ganze Orte: Noch immer sind die Auswirkungen der Flutkatastrophe spürbar und die Feuerwehren vor Ort in ihrer Leistungsfähigkeit eingeschränkt. Eine Hilfsaktion hat die Feuerwehr Kemnath nun ins Leben gerufen.

Die Bilder von der Flutkatastrophe, welche im Westen Deutschlands im Juli 2021 nicht nur massive Schäden anrichtete und ganze Existenzen auf dem Gewissen hat, sondern auch das Leben unzähliger Menschen, schweben in den Köpfen noch immer und besorgen. Natürlich kann das entstandene Leid keineswegs gelindert werden, doch gezielte Hilfe hilft bekanntlich, zumindest die Umstände zu kompensieren.

„Wir, die Feuerwehr Kemnath, haben eine Hilfsaktion für die Feuerwehr Dernau ins Leben gerufen. Die Ortschaft Dernau liegt im Ahrtal und wurde in der Nacht vom 14. auf den 15. Juli durch eine Sturzflut zumeist völlig zerstört“, erörtert Marco Schäffler, der Vorsitzende der Freiwilligen Feuerwehr Kemnath. In einer gesonderten Sitzung der Vorstandschaft der Freiwilligen Feuerwehr Kemnath war sich das Gremium einig, dass hier angepackt werden muss.

Im Rahmen der Spendenübergabe durch die Stadt Kemnath zur Weihnachtszeit 2021 hatten sich die Verantwortlichen der Stadt Kemnath und der Feuerwehr Kemnath selbst ein Bild von der Lage vor Ort gemacht. Zu dieser Zeit war die Sturzflut mehr als fünf Monate her. „Hier konnten wir das Ausmaß der Katastrophe und die Folgen erkennen. In Gesprächen mit dem stellvertretenden Kommandanten der Feuerwehr Dernau wurde uns klar, dass wir hier schon so gut wie in der Verpflichtung stehen, unseren Kameraden zu helfen“, so der Vorsitzende des Kemnather Feuerwehrvereins.

Ausrüstung weggespült, Kameraden verloren

„Ein solches Szenario kann und will man sich nicht vorstellen. Entweder die Gerätschaften und das Inventar waren kaputt, oder es wurde alles vom Wasser verschluckt“, schildert der Kemnather Feuerwehrkommandant Peter Denz mit Blick auf die Feuerwehr Dernau. „Der Verlust von jahrzehntelanger Feuerwehrarbeit, aber nein, noch schlimmer, der Verlust von Kameraden und Mitbürgern“, bringt Peter Denz die drastischen Folgen der Flutkatastrophe auf den Punkt.

„Leider konnten wir, mit unserem Katastrophenschutzequipment, dem Hilfeleistungskontingent vom Landkreis Tirschenreuth, nicht direkt bei der Bekämpfung der Schadenslage im Katastrophengebiet einwirken oder helfen. Umso mehr sehen wir uns jetzt in der Pflicht, die Feuerwehr Dernau beim Wiederaufbau zu unterstützen. Mit den Spenden wollen wir gezielt und effektiv helfen“, erörtert Kommandant Peter Denz. Unterstützung leisteten mehrere Einsatzkräfte mit Fahrzeugen beim Transport von Hilfsgütern in Form von Baumaterial, der Aktion von Holger Pühl, ins Ahrtal.

Feuerwehr Kemnath, Stadt Kemnath und Kreisfeuerwehrverband Tirschenreuth - gemeinsam

In Kooperation mit dem Kreisfeuerwehrverband des Landkreises Tirschenreuth und der Stadt Kemnath hat die Freiwillige Feuerwehr Kemnath nun eine Hilfsaktion gestartet. „Wir wollen mit Spendengeldern gezielt den Wiederaufbau der Feuerwehr Dernau unterstützen, in Form von vor Ort benötigten feuerwehrtechnischen Ausrüstungsgegenständen helfen, indem wir diese mit den Spendengeldern beschaffen und der Feuerwehr Dernau übergeben. Aber auch eigenfinanziertes Feuerwehrinventar, welches den Fluten zu Opfer fiel, soll gespendet werden“, heißt es von der Feuerwehr Kemnath.

Auch der Kreisfeuerwehrverband des Landkreises Tirschenreuth um Kreisbrandrat Andreas Wührl appeliert, dass sich an der Hilfsaktion, welche die Feuerwehr Kemnath für die Feuerwehr Dernau aufgerufen hat, auch die Feuerwehren des Landkreises anschließen möchten. „Bitte unterstützt die Aktion der Feuerwehr Kemnath und helft damit den Kameraden in Dernau und den Bürgern des Ahrtals zum Wiederaufbau der Feuerwehr“, so der Kreisbrandrat. „Die Notwendigkeit zu helfen ist unüberschaubar“; so Wührl.

Die Hilfsaktion der Freiwilligen Feuerwehr Kemnath "ist eine großartige, kameradschaftliche und vor allem extrem solidarische Idee unserer Stützpunktfeuerwehr", so 1. Bürgermeister Roman Schäffler. Beim gemeinsamen Besuch in Dernau kurz vor Weihnachten "hatte uns das Ausmaß der Flutkatastrophe sehr nachdenklich werden lassen und wir können nur erahnen welche Tragödien sich hier Mitte Juli abgespielt haben", erörtert das Stadtoberhaupt. "Geprägt von diesen Eindrücken werden wir selbstverständlich auch diese Spendenaktion unterstützen." – "Die Leute im Ahrtal brauchen unsere Hilfe und Unterstützung", meint Bürgermeister Roman Schäffler.

Die Lage in Dernau - in der Nacht der Flut und danach

Ein Interview zwischen dem Kemnather Feuerwehrvorstand Marco Schäffler und dem stellvertretenden Kommandanten Pieere Sebastian hat die Feuerwehr Kemnath auf Youtube online gestellt. Hier wurden die Probleme in der Flutnacht, aber auch die Folgen der Flutkatastrophe, welche sich noch bis heute auswirken und in den Medien teils falsch dargestellt werden, thematisiert.

Während und nach dem Interview läuft es nicht nur dem Kameraden aus Dernau eiskalt den Rücken herunter. „Es fehlten schlichtweg die Warnmeldungen und wir als Einsatzkräfte wurden in dieser Nacht überrascht. Wir hatten leider selbst keine Meldung über die Flut- und Wellenhöhe“, bringt es Pierre Sebastian, der stellvertretende Kommandant der Feuerwehr Dernau auf den Punkt. Gegen 23 Uhr war der Wasserspiegel enorm angestiegen, dann auch das Gerätehaus betroffen. „Der Einsatz ist uns aus den Händen geglitten.“, stellt Pierre klar.

Das Feuerwehrgerätehaus Dernau nach der Flut

„Wenig später war da auch ohne Taucherausrüstung nichts mehr zu holen. Unsere Einsatzfahrzeuge haben wir auf der einzig befahrbaren Straße abstellen können“, erörtert Pierre Sebastian, welcher in der Schadensnacht der Einsatzleiter war, die rückliegende Situation. „Ein weiteres Problem war, dass von den zu dieser Zeit 38 Kameraden 36 selbst von der Flut betroffen waren. Ab diesem Moment war die Feuerwehr als Einheit überhaupt nicht mehr existent“, schildert Pierre den Verlauf in der Flutnacht. „Man hat die Hilfeschreie in der düsteren Nacht gehört, konnte aber nicht mehr helfen“, bedauert der stellvertretende Kommandant. Erst weit in der Nacht waren die ersten überörtlichen Einsatzkräfte eingetroffen, welche „dann auch Boote bei hatten“.

Die Lehre aus der Flutkatastrophe - Umsetzung notwendig

„Die Sturzfluten im vergangenen Sommer hätten gezeigt, dass Ausrüstung, Ausbildung und Einsatzpläne an die neuen Wetterextreme angepasst werden müssen. Zudem müssten Warnmeldungen beschleunigt werden“, zitiert Marco Schäffler im Interview mit Pierre einen Bericht der Tageszeitung „Der Neue Tag“. „Wenn nur annähernd die Höhe dieser Flut vorhergesagt bekommen hätten, dann hätten wir zumindest mal viele Tote vermeiden können“, meint Pierre dazu. Er selbst habe mit der Flutkatastrophe drei Verwandte verloren.

„Es war eine riesige Informationslücke. Man wusste nie das 9,80 Meter Wasser kommen“; bedauert Pierre. „Auch die Information, dass an der Oberahr am Nachmittag bereits nur noch die Dächer der Häuser rausgeguckt haben, kam bei uns nie an“, sagt der Dernauer. Auch Tage, gar Wochen nach der Flut sei vieles unkoordiniert abgelaufen. Die Straßen waren aufgrund von Schlamm und Geröll lange nicht befahrbar, zumal auch die Brücken zur Überquerung der Ahr fehlten oder eben Straßen weggespült wurden. Der Zuspruch an Hilfe durch freiwillige Helfer sei groß gewesen, doch es hätte an Koordinierung gefehlt.

Noch immer nicht vollständig einsatzbereit

Das Feuerwehrwesen lag lange komplett brach und die Mühlen in den Verwaltungen mahlen langsam. „Es ist auf der Verwaltung wohl keinem bekannt wie eine Feuerwehr arbeiten musss. Man vegetiert hier vor sich hin, wobei man für die öffentliche Sicherheit zuständig ist“, meint der Pierre. So waren und sind auch Monate nach der Flut die Strukturen der Feuerwehr noch immer nicht wiederhergestellt. Es fehle an Ausrüstung, Gerät und Material. In Eigenleistung wurde mittlerweile das Gerätehaus geräumt, rückgebaut, wiederaufgebaut und teilweise saniert.

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Empfänger: Stadt Kemnath
IBAN: DE05 7706 9764 0000 2122 29
Verwendungszweck: Brandschutz